Beikost: Der Brei fürs Baby
Sobald das Baby alt genug ist, um die ersten Löffel Beikost zu verdauen, stellt sich die Frage: ‚Was für ein Brei soll dem Baby angeboten werden?’. Wenn das Baby die ersten Löffel Gemüsebrei [siehe: ‚Tipps für die Einführung der Beikost’] verträgt, kann auch schon mit der langsamen Einführung größerer Breimahlzeiten begonnen werden. Nach und nach werden drei verschiedene Breis in die Ernährung eingeführt: zuerst der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, dann der Milch-Getreide-Brei und zuletzt der Obst-Getreide-Brei. Rezepte für Babybrei und ab welchem Zeitpunkt er in die Ernährung vom Baby eingeführt wird, kann im Folgenden nachgelesen werden.
Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
Frühestens ab Mitte des 5. Monats, meist aber erst im 6. Monat, wird der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei in die Ernährung des Babys eingeführt. Da dieser Brei eine ideale Kombination an Nährstoffe enthält, kann er das gesamte erste Lebensjahr zu Mittag gegeben werden.
Rezept für Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei: Zirka 50g Kartoffeln kochen, dann erst schälen und schneiden. Zirka 100g Karotten schälen, schneiden und mit 20g magerem Rindfleisch/Geflügel 15-20 Minuten dünsten (4 EL Wasser zugeben). Die Kartoffeln, 1-2EL Apfelsaft und 1 EL Rapsöl unterrühren. Alles mischen, pürieren und abkühlen. Das Fleisch kann einmal die Woche durch Eigelb oder Hirseflocken ersetzt werden.
Der Milch-Getreide-Brei
Etwa einen Monat nach der Einführung des ersten Breis, wird am Abend der Milch-Getreide-Brei gegeben. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres wird dies die Abendmahlzeit des Babys sein. Bei diesem Brei ist die Zugabe von Milch besonders wichtig, denn so wird der Kalzium- Protein- und Energiebedarf des Babys gedeckt. Da der Brei dünnflüssig ist, kann er mit der Flasche gegeben werden. Für Kinder, die keine Flasche nehmen, kann der Brei mit weniger Flüssigkeit zu einer festen Konsistenz angerührt werden. Nach der Mahlzeit erhält das Baby dann die restliche Milch zum Trinken.
Rezept für Milch-Getreide-Brei: Zirka 200 ml Säuglingsmilch aufkochen und 20g Baby-Reisflocken einrühren; 1-2 Minuten kochen lassen; leicht abkühlen und 3 TL Apfelsaft unterrühren. Ab dem 7. Monat können statt Reisflocken auch Getreideflocken verwendet werden. [siehe auch ‚Beikost: Kuhmilch in der Säuglingsernährung'].
Der Obst-Getreide-Brei
Nachdem der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und der Milch-Getreide-Brei erfolgreich eingeführt wurden, wird zwischen 7. und 9. Monat der Obst-Getreide-Brei in die Ernährung von Säuglingen eingeführt. Dieser Brei ist sehr nährstoffreich und deckt sowohl den erhöhten Energiebedarf, als auch den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen ab. Der Brei ist im ersten Lebensjahr die ideale Nachmittagsmahlzeit.
Rezept für Obst-Getreide-Brei: Zirka 120 ml Wasser aufkochen und 20 g Baby-Flocken (Reis, Vollkorngetreide, Hirse) 1-2 Minuten mitkochen lassen; Obst (z.B. Apfel, Pfirsich, Birnen) gut waschen, klein schneiden und in den Brei unterrühren; eine kleines Stück Butter zugeben; alles passieren und abkühlen.
Der Baby-Fertigbrei aus dem Glas
Im Handel sind alle drei Breiarten in Gläschen abgefüllt erhältlich. Beim Kauf solcher Gläschen sollten die Eltern darauf achten, dass keine zusätzlichen Aromen, Zusatzstoffe und Zuckerzusätze untergemischt wurden. Diese erhöhen das Allergierisiko und schulen den Geschmacksinn des Babys schon früh auf intensiven und süßen Geschmack. Gläschen mit vielen unterschiedlichen Zutaten sollen im ersten Lebensjahr ebenfalls gemieden werden, denn auch sie erhöhen das Allergierisiko.
Kommentare
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Wir haben beireits mit 5 Monaten langsam nebenbei mit der Beikost angefangen. Das war allerdings nicht von mir geplant, sondern hat sich durch Lillis Interesse einfach eingeschlichen.Ich habe dann irgendwann mit selbstkochen angefangen und gemerkt, dass alles mit Getreide ihr nicht gut bekommt. Haben dann viel später durch den Glutencheck und eine Untersuchung in der Gastro der Kinderklink rausbekommen, dass sie gar kein Getreide verträgt, weil sie Glutenintolerant ist. Wenn das Kind also möchte aber es nicht veträgt muss es nicht daran liegen, dass der Zeitpunkt falsch ist, sondern es kann auch sein, dass sie Nahrung an sich das Problem ist!
von ElisaSpatz am 10.10.2012 14:59
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Eigentlich zeigen neueste Erkenntnisse, dass man durchaus schon nach dem 4. Monat mit Brei beginnen kann, sofern das Kind Interesse daran hat. Ich kann daher die hier genannte Vorgabe nicht wirklich nachvollziehen. Auf dem neuesten Stand ist das nicht.
Gleiches gilt für die Empfehlung, als nächstes die Abendmahlzeit durch Getreidebrei zu ersetzen. Viele Mütter ersetzen die Abendflasche oder -stillmahlzeit als allerletztes durch Brei und nehmen eher die Nachmittagsmahlzeit als zweite Breimahlzeit, nicht selten wird sogar erst mal Obst genommen, bevor Getreidebrei eingeführt wird. Dass hier auch noch eine Breiflasche empfohlen wird, ist schon fast witzig, wo doch jeder weiß, dass man das vermeiden sollte. Ein Kind sollte lernen, dass Brei eine feste Mahlzeit ist und nicht durch eine Flasche zu sich genommen wird. Das sagt jeder Arzt und jede Hebamme und auch der gesunde Menschenverstand..
Mein letzter Kritikpunkt ist der Abstand zwischen dem nächsten Ersetzen einer Mahlzeit. Kann ein Kind eine vollständige Mahlzeit essen, ohne danach noch Milch zu bekommen, ist es durchaus sinnvoll, mit der nächsten Mahlzeit zu beginnen oder zumindest nicht nötig, einen Monat zu warten.
Wenn man die Empfehlung auch deutlich als Empfehlung deklarieren würde, wäre das alles nicht so schlimm, aber es liest sich so, als wenn MAN das eben so macht und das entspricht einfach nicht der Realität und aktuellen Erkenntnissen.
Tut mir wirklich leid, aber dieser Artikel taugt in meinen Augen recht wenig.
von Maulende-Myrthe am 05.04.2011 21:31
3
Jetzt habe ich es, es steht in der Diätverordnung:
Bei Produkten für Säuglinge und Kleinkinder schreibt die Diätverordnung unter anderem vor:
-dass sie praktisch keine Rückstände von Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Vorratsschutzmitteln enthalten dürfen. Gleiches gilt für viele weitere potenziell schädliche Stoffe, etwa Schwermetalle.
-dass die Hersteller die Keimbelastung anhand spezieller Vorgaben kontrollieren.
-dass chemische Konservierungsstoffe, künstliche Farb- und Aromastoffe sowie Süß- und Zuckeraustauschstoffe verboten sind.
welche Stoffe in welcher Zusammensetzung zulässig sind. Die Diätverordnung verlangt außerdem, dass Beikost aus Zutaten besteht, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen für die besondere Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern geeignet sind.
von Svea08 am 01.09.2009 12:48
4
Die Gläschen im Handel sind doch per Gesetzgebung dazu verpflichtet weder Aromen, Zusatzstoffe noch Zuckerzusätze unterzumischen. Zumindest die ab dem 4. Monat weiter sind wir noch nicht!
von Svea08 am 01.09.2009 12:42
» Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb