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Angina bei Kindern

Angina
Schmerhafte Entzündung der Mandeln

Wenn der Arzt von akuter "Angina tonsillaris" oder akuter "Tonsillitis" spricht, hat er wohl gerade eine akute Mandelentzündung diagnostiziert. Die breite Bevölkerung bezeichnet diese sehr schmerzhafte Erkrankung im Hals als Angina. Gerade Kinder haben – im Kindergarten- und frühen Grundschulalter – besonders häufig mit Angina zu kämpfen.


Angina leitet sich von dem lateinischen Wort für "verengen" ab. Das heißt, die Mandeln schwellen an und verengen den Rachenraum. Die Inkubationszeit beträgt nur wenige Tage. Angina ist bereits ein bis zwei Tage vor Ausbruch der Beschwerden ansteckend. Die Mandeln sind aber nicht nur da, um Schmerzen zu verursachen. Sie sind die natürliche Schutzpolizei des Körpers und machen Krankheitserreger aus der Atemluft unschädlich. Aber auch ein Held wird einmal schwach. Und da die Mandeln gerade bei Kindern ein immer aktives Schutzschild bilden müssen, sind sie auch anfällig für Entzündungen.


Symptome einer Angina sind:

  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden

  • ein geröteter Hals und gerötete Mandeln – teilweise mit weiß-gelben Belägen

  • geschwollene Lymphknoten

  • Fieber: bei Virusinfektionen leichtes Fieber mit Husten und Schnupfen,

    bei bakteriellen Infekten hohes Fieber mit Brechreiz und süßlich-üblem Mundgeruch, Scharlach

  • Kopfschmerzen

  • Trinkschwäche

  • Nahrungsverweigerung

  • Hautausschläge

  • Atembeschwerden


Bei diesen Symptomen sollte auf jeden Fall ein Kinderarzt aufgesucht werden. Er untersucht, ob Viren oder Bakterien die Auslöser sind. Oft haben Praxen Streptokokkenschnelltests, mit denen Bakterien eindeutig identifiziert werden können. Sind Bakterien das Übel, wird oft Antibiotika (meist Penicillin) verordnet. Gegen Viren ist Antibiotika allerdings wirkungslos. Paracetamol-Tabletten hemmen den Schmerz. Dosierung mit dem Kinderarzt absprechen. Nachsorgeuntersuchungen sind, wenn die Angina unkompliziert verläuft, nicht erforderlich.


Selbst einen Blick riskieren

Wenn das Kind seinen Kopf zurücklegt, ein langes "Aaahhh" vernehmen lässt und die Mami mit einer Taschenlampe in den Hals leuchtet, wird sie die Rötungen und eitrigen Beläge auf der Rachenhinterwand erkennen können. Um mehr zu sehen, kann mit einem Esslöffel vorsichtig die Zunge nach unten gedrückt werden. Achtung: Würgereiz. Den Löffel nicht zu tief in den Hals führen. Die Rachenmandel befindet sich oben am Gaumen, hinter dem Zäpfchen. Die Gaumenmandeln finden sich links und rechts im Hals.


Das hilft dem Kind

  • feuchte Raumluft (Schüssel mit Wasser, Salbei und Thymian aufstellen)

  • Bettruhe

  • eine rauchfreie Umgebung

  • viel trinken

  • Eis lutschen mindert den Schmerz

  • flüssig-breiige Speisen

  • Achtung: Lutschtabletten mit betäubender Wirkung nicht vor dem Essen geben – das Kind kann sich leicht verschlucken

  • Salbeiblättertee oder Kamillentee gurgeln und trinken

  • Kräuterbonbons beruhigen und reinigen die Schleimhäute (wenn möglich ohne Zucker)

  • sind homöopathische Mittel erwünscht, den Arzt nach der geeigneten Zusammensetzung fragen


Operieren. Ja? Nein?

Früher waren die Ärzte beim Entfernen der Mandeln schnell bei der Sache. Seitdem bekannt ist, wie wichtig die Mandeln für das Abwehrsystem des Körpers sind, wird nicht mehr vorschnell operiert. Treten Schluckbeschwerden oder Luftnot auf, müssen die Mandeln aber raus. Auch bei mehr als acht bakteriellen Entzündungen im Jahr wird zu einer Operation geraten. Wird die Mandelentzündung chronisch, wird ebenfalls operiert.

Dieser Eingriff wird aber erst nach dem 4. Geburtstag vollzogen. Drei bis vier Tage Krankenhausaufenthalt sind die Regel. Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt. Nach ein bis zwei Wochen ist das Kind wieder fit. Bis dahin hat es schulfrei und sollte sich schonen. Säurehaltige Speisen und Getränke sollten vermeiden werden. Sie reizen die Wunde.

[AKL]





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Gesunde Ernährung für Kinder

quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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