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Die Vorteile einer ambulanten Geburt



Ambulante Geburt
Zu Hause mit dem Neugeborenen

Der größte Vorteil einer ambulanten Geburt liegt darin, dass die angenehme, ruhige und intime Erlebnisse die eine Familie nach einer Hausgeburt empfinden kann, unter der Geburt mit der professionellen medizinischen Versorgung einer Klinik vereinbar sind. Die meisten anderen Vorteile ergeben sich also aus dieser Tatsache.


Wenn man kurz nach der Geburt zu Hause ankommt, ist es wichtig, dass eine Nachsorgehebamme die Versorgung der Mutter und des Babys übernimmt. Mit ihren täglichen Hausbesuchen ist es somit gewährleistet, dass bei Mama der Damm versorgt und beobachtet, und die Rückbildung der Gebärmutter verfolgt wird. Gemeinsam mit Papa bekommt sie aber auch Tipps und Ratschläge zur Babypflege, und alle ihre Fragen werden fachkundig beantwortet. Die Hebamme ist auch die wichtigste Ansprechpartnerin im Frühwochenbett, wo Mutter, Vater und Baby sich zu einer neuen Familie enwickeln, wo die frisch gebackene Mutter (oder das Elternpaar) ihr Geburtserlebnis verarbeitet.


Dem Baby kommt die Zeit direkt nach der Geburt zu Hause auch zu Gute: Viele Hebammen sind sich einig, dass Neugeborene, die die ersten Tagen mit der Familie zu Hause verbringen, viel ruhiger und ausgeglichener sind als ihre „Kollegen“ in den Klinikstationen. Sie können die wenige Zeit, die sie wach verbringen, auf jeden Fall bei den Eltern statt in einem Babyzimmer der Wöchnerinnenstation verbringen. 

Hebammen sind sich auch einig, dass das Stillen bei Wöchnerinnen, die ambulant entbunden haben, oft unproblematischer und ohne Komplikationen verläuft. Das Baby, das gerade Trinken lernt und das Saugen selber noch üben muss, hat auch viel mehr Ruhe als im Krankenhaus und die Mutter, die ebenfalls ungestört ist, strahlt ihrem Säugling gegenüber auch mehr Entspannung aus. Mütter, die früher die Klinik verlassen, kriegen ihren Milcheinschuss oft schneller und haben weniger häufig mit wunden Brustwarzen oder Milchstau zu kämpfen.

Bei einer Geburt wird natürlich nicht nur ein Baby geboren, auch nicht nur eine Mama, sondern auch ein frisch gebackener Papa. Obwohl der werdende Papa sowohl die Schwangerschaft als auch die Entbindung weitgehend mitgemacht hat, steht er in den ersten Tagen nach der Geburt oft zu sehr im Hintergrund. Er kann nicht anders: Er muss beispielsweise das Wöchnerinnenzimmer verlassen, weil die ärztliche Visite kommt, weil die Zimmerkollegin untersucht wird oder sie in Ruhe stillen möchte. Vielleicht muss er dann länger draußen warten und wenn er wieder im Zimmer ist, hat er vielleicht selbst nicht mehr viel Zeit, oder das Baby schläft bereits.

Viele Väter klagen, dass sie viel mehr Nähe zu der Mutter und dem Baby brauchen, als es für sie überhaupt möglich ist. Diese Nähe ist meistens nur dann möglich, wenn man das erste Kind bekommt und das Glück hat, ein Familienzimmer besetzen zu dürfen und bezahlen zu können. Wenn das aber nicht geht und die Mutter mit dem Baby erst nach einigen Tagen wieder nach Hause kommt, hat sie in der Regel schon viel mehr Übung im Umgang mit dem Säugling und hat bereits Anweisungen für Papa: „Schau her, ich mache das immer so...“ Das verunsichert viele Väter, die eventuell gerne mitmachen würden. Mütter wundern sich dagegen oft Monate später, warum Papa überhaupt kein Interesse zum Windelwechseln zeigt.

In Familien, in denen es bereits ältere Geschwisterkinder gibt, ist es auch von Vorteil, wenn die Mutter nicht allzu lange von zu Hause weg ist, wenn sie das Baby bekommt. Ältere Geschwister kommen mit der neuen Situation oft leichter klar, wenn sie alles von Anfang an miterleben können und ihre Mutter zu Hause ist. Auch wenn sie sich vorübergehend in einem geringeren Ausmaß um sie sorgt - sie ist wenigstens da. 

Selbstverständlich brauchen Wöchnerinnen, die zu Hause bereits von Kindern erwartet werden, mehr Unterstützung im Wochenbett als Erstgebährende. Aber mit Planung und Organisation lässt sich das bewältigen, schließlich muss man ähnliche oder sogar die gleichen Probleme auch dann lösen, wenn Mama mehrere Tage in der Klinik liegt.

Viele Schwangere denken, dass sie sich im Krankenhaus gut erholen können und wenigstens auch mit Essen und Trinken versorgt werden. Aber die meisten Krankenhäuser können die Ruhe von zu Hause nicht bieten: Hat man das Glück, dass das eigene Baby ruhig schläft und der eigene Besuch endlich nach Hause gefahren ist, kann das Baby von den Zimmernachbarinnen oder Zimmerkolleginnen loslegen, die Visite kommen, oder die Besucher von anderen Wöchnerinnen plötzlich auftauchen. Das bleibt einem zu Hause erspart und wenn man die ersten Wochenbettage gut plant, ist der Vater mit der Versorgung von der Wöchnerin auch weniger überlastet. 

(mmh)



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Kommentare

1

ich würde bei weiteren kindern wieder im geburtshaus entbinden und anschließend schnell wie möglich nach hause :-) meine beiden kinder habe ich ambulant im geburtshaus bekommen... bei der großen nach 2 std und beim kl. nach 3 std der entbindungen durfte ich gehen :-) ich fühle mich zu hause einfach wohler kann nackig umherwandern keiner schaut doof oder so man kann machen was man will und wenn man einfach auf dem sofa faul rum liegt mit baby im arm und fern schaut :-) oder oder oder ich würde bei meinen weiteren kinder wenn keine komplikationen sind wieder ambulant und im geburtshahus entbinden

von wonny1980 am 08.06.2011 12:16

2

Ich habe meinen Sohn ambulant entbunden und war schon nach 3,5 Stunden mit ihm Zuhause. Himmlische Ruhe hat uns dort erwartet. Wenn ich daran denke das ich mit 3 anderen Frauen auf ein Zimmer sollte im KH. Das heißt ja dann 4 mal besucher 4 Kinder 4 mal unterschiedliche bedürfnisse. Nein danke. Wir waren erstmal 3 Stunden allein Zuhause und konnten uns erholen, bevor Besuch kam. In der folgenden Zeit konnten wir selber entscheiden, wer wann zu besuch kommen darf und so hatten wir viel zeit uns genau kennenzu lernen. Mein zweites Kind soll anfang März kommen und ich will auf jeden Fall wider ambulant entbinden. Kleiner Tipp, ihr könnt von der Krankenkasse eine Haushaltshilfe bekommen, das macht die erste Zeit dann leichter, vorallem, wenn schon ein Kind die Wohnung unsichermacht.

von Delphi81 am 10.09.2010 16:12

3

Habe zweimal in der Klinik und einmal ambulant entbunden, ich kenne also Vor- und Nachteile von beiden Seiten. Beim 1.Kind (Klinik) hätte ich nicht zu Hause sein wollen mit all der Unsicherheit und die Hebamme nur 1x pro Tag für 1Stunde sehen... außerdem war ich nicht in der Lage zb. Essen für mich zuzubereiten. Beim 2.Kind (Klinik) wollte ich mich "verwöhnen" lassen für die ersten Tage und weg vom Haushalts-Alltag, überdies hatte ich starke Kreislaufprobleme während/nach der Geburt, also hätte ich gar nicht nach Hause gehen dürfen. Beim 3.Kind (ambulant) war Geburtstermin knapp vor Weihnachten (es kam dann am 26.12.), Schule+KiGa hatten Ferien und mein Mann Urlaub. Die ersten Tage daheim waren einfach SUPER. Kann alle Vorteile nur bestätigen. ABER: es bringt nur was, wenn der Vater Urlaub hat und wirklich den Haushalt übernimmt (oder die Oma). Schonung ist wichtig! Bonding ist super - auch zu den Geschwistern. Milch kam schon am 2.Tag!!!

von malwi am 12.10.2009 10:20




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