Hier kann die Begleitung durch eine Hebamme, eine Stillberaterin oder eine Kinderkrankenschwester eine echte Entlastung für die Eltern bedeuten. Man kann aber auch versuchen, eine Haushaltshilfe zu bekommen. Liegt ein ärztliches Attest vor, dass den Bedarf bescheinigt, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Auch durch Verwandte, die das Baby ab und zu versorgen, können Freiräume geschaffen werden. Je entspannter Mami oder Papi sind, desto ruhiger wird das Baby und es lässt sich eine Beziehung gestalten, in der keiner vollständig die Tagesroutine des anderen bestimmt.
Dies ist aber oft leichter gesagt als getan. Zumal die Gedanken, die um die Entwicklung des Babys kreisen, natürlich ständig präsent sind. Nimmt es beispielsweise genug Gewicht zu? Und trinkt es auch ordentlich? Während das Baby in der Klinik noch jeden Tag gewogen wird, ist dies zu Hause nicht mehr nötig. Solltest Du Dir aber trotzdem unsicher sein, kannst Du das Baby vom behandelnden Arzt wiegen lassen. Was die Anzahl der Mahlzeiten, die Gewichtszunahme allgemein und die Trinkmenge angeht, gibt es bei jedem Kind Unterschiede. Genau wie bei all den anderen Fortschritte, die es macht.
Normal ist, dass sich das Baby eventuell häufiger zum Stillen meldet als es das im Krankenhaus getan hat. Auch hier muss es sich erst noch an die neue Situation gewöhnen. Ist Deine Milchproduktion gehemmt, kann es hilfreich sein, das Baby immer wieder anzulegen, damit sich der Milchfluss normalisiert. Auch das weitere Anwenden des „Känguruhens“ hat positive Auswirkungen auf alle Beteiligten, mindert es doch etwaigen Stress und lässt Mami und Baby zu Ruhe kommen.
Wird das Baby durch das Stillen allein nicht mehr satt, kann in Absprache mit dem Arzt oder der Hebamme Zusatznahrung gefüttert werden. Generell verläuft der Nahrungsaufbau wie bei einem reifgeborenen Baby auch, berechnet vom erwarteten Geburtstermin. Wenn das Stillen gut funktioniert, kannst Du ruhig sechs Monate bis zur ersten Breikost vergehen lassen. Empfohlen wird, zuerst mit klaren Gemüsebreien anzufangen. Also erst nur Karotten, dann Karotten und Kartoffeln und mit der Zeit weitere Bestandteile. So lässt sich am schnellsten herausfinden, was dem Kleinen bekommt und schmeckt.
Neben der Ernährung ist für Frühchen auch ein geregelter Wärmehaushalt wichtig, schließlich fühlt sich niemand wohl, wenn ihm kalt ist. Daher wird empfohlen, das Baby in der ersten Zeit zu Hause „einzuhüllen“, sprich es mit Mütze und in eine Decke gewickelt hinzulegen oder zu tragen. So wird es an die schützende Atmosphäre in Mamas Bauch erinnert. Die Körpertemperatur ist in Ordnung, wenn das Baby entspannt und der Nacken warm, aber nicht schwitzig ist.
Sind die Hände und Füßchen trotzdem kühl, kann es sein, dass dies vererbt wurde. Mit ein paar Söckchen oder einer kurzen Massage lässt sich das Problem aber beheben. Und was trägt das Frühchen, wenn normale Babykleidung noch zu groß ist? Für Frühchen gibt es spezielle Kleidung in kleinen Größen. Omas und Tanten bzw. andere Verwandte oder Freunde helfen aber bestimmt auch gerne mit Selbstgestricktem aus. Noch ein Tipp: Um Reizungen der Babyhaut zu vermeiden, den Weichspüler weglassen. Der Geruch von Mama und Papa sollte nämlich nicht von fremden Gerüchen überlagert werden.
[AKH]
Frühgeborene oder Frühchen sind Babys, die vor der 37. SSW auf die Welt kommen. Dank unserer heutigen medizinischen Versorgung und Standards haben sie mittlerweile sehr gute Überlebens- und Entwicklungschancen. Trotzdem bestehen für Frühchen viele gesundheitliche Risiken, weswegen sie besonders viel Aufmerksamkeit, Pflege und medizinische Hilfe benötigen. Auch für die Eltern ist die Geburt eines Frühchens eine große psychische Belastung, besonders wenn ihr Kind nicht größer als ein Handteller ist und jeden Tag erneut ums Überleben kämpfen muss. Du möchtest mehr zu diesem Thema erfahren? In unserem eXtra haben wir dir alles Wissenswerte zusammengefasst.