4. Schwangerschaftswoche (4. SSW)

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4. Schwangerschaftswoche
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4. Schwangerschaftswoche

Wenn sich, etwa um den 10. Tag nach der Befruchtung, die Eizelle in der Gebärmutterwand eingenistet hat, verbinden sich die Zellen, aus denen sich die Plazenta entwickelt, mit den Blutgefäßen der Mutter, um so, für die Dauer der Schwangerschaft, die Versorgung des Kindes mit Nährstoffen und Sauerstoff zu sichern. Die genau Bezeichnung dieser Plazenta bildenden Zellen ist Blastomeren.

Mit Hilfe von Enzymen, weichen sie die Gefäßwände auf und stellen so die Verbindung zum Blutkreislauf der Mutter her.


Einnistungsblutung

Da dieser Vorgang einige Tage dauert, bis er abgeschlossen ist, kann es dazu kommen, dass ein wenig Blut aus den Gefäßen der Mutter, in die Gebärmutter gelangt und von dort, mit Gebärmuttersekreten vermischt, durch die Scheide ausgespült wird. Dies nennt man Einnistungsblutung.

Je nachdem, wie viel Blut dabei aus den Gefäßen tritt und wie lange der Aufbau der Verbindung zwischen Blastomeren und Gebärmutterwand dauert, können diese Einnistungsblutungen durchaus einige Tage andauern.

Sie unterscheidet sich von der Menstruation, indem sie meist weit weniger stark ist und, im Gegensatz zu einer Schmierblutung, hellrotes, also frisches Blut anzeigt. In der Regel verliert die Mutter nur wenige Tropfen Blut, die, durch die Vermischung mit den Sekreten jedoch meist bedeuten mehr erscheinen. Eine Gefahr für Mutter und Kind, besteht durch die Einnistungsblutung nicht. Im Gegenteil, sie ist ein Anzeichen, dass die Einnistung stattfindet.

Jedoch kann es auch sein, dass die Frau gar keine Einnistungsblutung bemerkt. Auch das muss nicht heißen, dass etwas mit der beginnenden Schwangerschaft nicht in Ordnung ist. Es kann ebenso sein, dass die Blutmenge bei der Verbindung so gering war, dass sie in den abfließenden Sekreten kaum wahrgenommen wird.

Sobald die Einnistung abgeschlossen ist, geben die Plazentazellen das Schwangerschaftshormon hCG an den mütterlichen Blutkreislauf ab. Es bewirkt, dass für die Dauer der Schwangerschaft, keine neuen Eizellen heranreifen.

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Der erste Schwangerschaftstest

Die nachweisbare Menge des hCG im Körper der Mutter, verdoppelt sich in etwa jeden 2. Tag.

Erst nach der abgeschlossenen Einnistung, kann ein Schwangerschaftstest überhaupt die Schwangerschaft anzeigen und dies auch nur, wenn bereits die nötige Menge hCG im Urin vorhanden ist. Üblich sind bei Schwangerschaftstest, die es im Handel frei zu kaufen gibt, eine Sensibilität von 10 E/l, 15E/l, 20 E/l oder 25 E/l. Das heißt, dass ein Schwangerschaftstest mit der Herstellerangabe 10 E/l, bereits bei 10 Einheiten hCG auf 1 Liter Urin, ein wertbares Ergebnis anzeigt. Der Schwangerschaftstest mit Sensibilität 25 E/l, benötigt dagegen eine höhere Menge hCG, nämlich 25 Einheiten pro Liter Urin.

Egal, ob in den Herstellerangaben von Schwangerschaftstest „Frühtest“ steht, sollte jede Frau bei der Wahl des Tests mit einbeziehen, in welcher Phase der Schwangerschaft sie sein könnte. Um den Tag der ausbleibenden Menstruation, ist die durchschnittlich im Urin nachweisbare Menge an hCG bei etwa 15-30. Das wiederum bedeutet, dass auch ein als Frühtest deklarierter Schwangerschaft mit einer Empfindlichkeit von 25 E/l, möglicherweise noch keine Schwangerschaft anzeigt, obwohl diese bereits besteht.

Andererseits verlockt das frühe Wissen oft dazu, einen sehr sensiblen Schwangerschaftstest zu kaufen, der bereits bei 10 E/l positiv anzeigen kann. Hier liegt jedoch auch die Gefahr, dass er bereits eine Schwangerschaft anzeigt, die noch in der sehr kritischen, gerade abgeschlossenen Einnistungsphase ist. Zeigen sich Defekte, die mit der Einnistung oder der embryonalen Frucht selbst zu tun haben, stellt die Natur oft die Weiterentwicklung der Schwangerschaft ein. Eine unwissende Frau hält die dann einsetzende Blutung bestenfalls für eine leichte Unregelmäßigkeit ihres Zyklus, während die um die Schwangerschaft wissende Frau, nicht selten von Trauer und Verlustgefühlen überwältigt wird. Daher bleibt anzuraten, erst nach dem Ausbleiben der Menstruationsblutung zu testen.

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Gene des Embryo

Während nun die Plazenta die Verbindung zur Mutter geschaffen hat, kann man im Inneren der Eizelle, aus der sich die Fruchtblase und das Kind entwickeln, eine Keimscheibe mit einem dreiblättrigen Keimblatt beobachten. Die innere Schicht des Keimblatts, das Entoderm, ist die Grundlage für die Bildung der inneren Organe des Kindes. Das mittlere Keimblatt, das Mesoderm, lässt Muskulatur und das Skelett entstehen, während sich aus dem äußeren Keimblatt, dem Ektoderm Nervensystem und Haut bilden.

In diesem Entwicklungsstadium, ist die embryonale Frucht gerade einmal einen halben Millimeter groß.

Da die genetische Struktur des Embryo nicht nur aus mütterlichen, sondern auch väterlichen Informationen besteht, ist verwunderlich, warum der Körper der Mutter das Kind nicht als Fremdkörper betrachtet und zu bekämpfen versucht. Dies wäre eine natürliche Reaktion, die dem Schutz des mütterlichen Körpers gilt. Forscher haben inzwischen herausgefunden, dass zum Einen, sowohl die Gebärmutterschleimhaut, als auch der Embryo selbst, das Hormon CRF produzieren. Aus Ergebnissen verschiedener Studien, nimmt man an, dass das CRF dafür sorgt, dass die mütterlichen Abwehrzellen sich selbst zerstören. Eine weitere Vermutung, warum das Kind nicht vom Körper der Mutter abgestoßen wird, ist die noch recht neue Erkenntnis, dass ein Teil unserer DNA so genannte Viren-Gene enthält. Dies sind Gene, die in der frühen Evolutionsgeschichte von Viren umgewandelt wurden. Viren brauchen, um existieren zu können, eine Wirtszelle. Sie passen ihre eigene Erbinformation der der Zelle an, die als Wirt dient und können so in der Zelle ruhen, ohne als Fremdkörper im Organismus erkannt zu werden. Die Theorie besagt, dass erst die Entwicklung dieser Viren-Gene, überhaupt die Entwicklung von Säugetieren ermöglichte, denn sie suggerieren dem Körper der Mutter, dass sie den eigenen Genen gleichen, also nicht fremd sind. Somit besteht für den Körper der Mutter auch keine Veranlassung, Abwehrzellen gegen das Kind zu bilden.


Die ersten Schwangerschaftsanzeichen - auch beim Mann

Mit abgeschlossener Einnistung, beginnt der Körper der Frau, sich hormonell stark zu verändern. Alles in ihrem Körper gilt dem Erhalt der Schwangerschaft und in kürzester Zeit müssen weit mehr Hormone ausgeschüttet werden, als sie gewohnt ist. Dies kann zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Müdigkeit, Abneigung gegen bestimmte Gerüche oder auch Stimmungsschwankungen führen. Körperlich stellen viele Frauen ebenfalls erste Symptome fest. Manche werdenden Mütter bemerken ein Spannungsgefühl in den Brüsten, die nun auch praller zu werden scheinen.

Dem werdenden Vater können bereits erste Veränderungen im Verhalten seiner Partnerin auffallen. Vor allem dann, wenn er bereits Anzeichen aus früheren Schwangerschaften kennt. Es gibt sogar Männer, die im gesamten Verlauf der Schwangerschaft, über eigene Symptome berichten, die den Schwangerschaftsbeschwerden gleichen.

Hielt man diese Männer noch bis vor wenigen Jahren entweder für eifersüchtig auf die Schwangerschaft, die ihnen die Partnerin in der gewohnten Art zu nehmen droht oder tat ihre Beschwerden als Einbildung ab, konnten Forscher nun eventuell einen ersten Ansatz für einen Nachweis der Schwangerschaftsbeschwerden werdender Väter erbringen.

Die Verhaltensbiologin Toni Ziegler und der Psychologe Charles Snowdon, erforschen seit Jahren Verhaltensmuster von Weißbüschelaffen. Bei Weißbüschelaffen, ebenso bei Lisztaffen, scheint während der Trächtigkeit ihrer Weibchen, eine Veränderung vorzugehen, die sie sanfter und fürsorglicher dem Weibchen gegenüber macht. Außerdem konnte beobachtet werden, dass sie, ohne die Nahrungsmenge zu steigern, an Gewicht zunahmen.

Nach der Geburt der Jungen, übernehmen die Männchen beider Affenarten überwiegend die Versorgung der Jungen. Sie tragen sie herum und pflegen sie, während die Mutter hauptsächlich das Säugen übernimmt.

Blutuntersuchungen an trächtigen Weibchen und ihren Männchen ergaben, dass mit steigender Menge an Schwangerschaftshormonen beim Weibchen, auch bei den Männchen ein Anstieg der Sexualhormone Androgene und Östrogen, sowie Cortisol zu verzeichnen war. Dies war die Erklärung für die Veränderung der Männchen und so forschten Ziegler und Snowdon weiter. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass das trächtige Weibchen, durch den Anstieg der Schwangerschaftshormone, Pheromone ausschüttet, die vom Männchen, als kaum wahrnehmbarer Duftstoff aufgenommen werden und die eigene Hormonproduktion anreizen.

Durch die Steigerung der eigenen Hormone, wird das Männchen in einen Zustand versetzt, indem es sich dem Zustand seines Weibchen verbundener fühlt. Weißbüschel- und Lisztaffen sind, so gesehen, also gemeinsam schwanger.

Da liegt de Vermutung nah, dass es sich bei uns Menschen ähnlich verhalten kann. Dafür spricht, dass Männer, die bereits Vater sind und vorangehende Schwangerschaften erlebten, sensibler auf weitere Schwangerschaften reagieren und mit jeder weiteren von mehr Schwangerschaftsbeschwerden begleitet werden können.

Es muss also keine Einbildung sein, wenn der werdende Vater über all die typischen Anzeichen und Symptome einer Schwangerschaft aus seinen eigenen Erlebnissen zu berichten weiß. Zumindest hat dieses Phänomen bereits einen anerkannten Namen. Couvade-Syndrom.

[SyKo]

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