34. Schwangerschaftswoche (34. SSW)

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34. Schwangerschaftswoche (34. SSW)
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34. Schwangerschaftswoche (34. SSW)

Dein Baby ist jetzt, in der 34. SSW, vom Scheitel bis zur Sohle, ungefähr 45cm groß und wiegt geschätzte 2.100g.


Das Gewicht und die Größe können variieren, ohne dass du besorgt sein müsstest. Wichtig ist, dass Dein Kind gleichmäßig wächst, also nicht plötzlich weniger, als bisher oder wesentlich mehr. Beides könnten Anzeichen für Komplikationen sein und müssen dann unbedingt abgeklärt werden, ob Dein Baby noch ausreichend in Deinem Bauch versorgt wird oder Du eventuell erkrankt bist, was sich auch auf Dein Baby überträgt, indem es zu sehr wächst und zunimmt.

Grund für ein reduziertes Wachstum kann zum Beispiel sein, dass die Plazenta nicht mehr ausreichend arbeitet. Sie ist ein kurzlebiges Organ, das genau für die Dauer einer Schwangerschaft wächst und arbeitet, bis sie ihre Funktion einstellt. Aber es kann auch sein, dass sie frühzeitig nicht mehr die volle Leistung erbringen kann und bereits vor der Geburt die Versorgung des Kindes einstellt. Dann muss das Baby eher auf die Welt geholt werden, um keine Schäden aus der Mangelversorgung davon zu tragen.



Dein Baby erkennt Deine Stimme

Das Gehör Deines Kindes ist vollständig entwickelt und obwohl die Geräusche, durch die Bauchdecke, nur gedämpft zu ihm vordringen, kann es bereits viele Erkennungsmuster aus Deiner Stimme wahrnehmen und später wiedererkennen. Es wird sich also, nach der Geburt, schneller beruhigen lassen, wenn es eine vertraute Stimme, ihren Klang, Tonlage und das Stimmmuster hört. Diese Stimmen erinnern das Baby an seine Zeit in Deinem Bauch und die beständige Sicherheit, die es darin empfunden hat. Das gilt auch für die Stimme Deines Partners oder Deiner eventuell anderen Kinder. Dein Baby wird sie erkennen und wissen „Diese Menschen gehören zu meiner Familie“. Daher ist es gut, wenn Ihr regelmäßig auch zu dem Kind sprecht. Jetzt, da es noch in Deinem Bauch ist.

Körperlich benötigt das Baby nun sehr viel zusätzliches Kalzium. Dieses bekommt es aus Deinem Körper, der dem Kind so viel davon zuführt, wie ihm möglich ist und vom Baby gebraucht wird. Reichen Deine Reserven nicht aus, holt Dein Körper sogar Kalzium aus Deinen Knochen. Es kann also passieren, dass Du selbst einen Kalziummangel entwickelst. Daher ist es jetzt besonders wichtig, dass Du mehr Kalzium zu Dir nimmst. Trinke zusätzlich jeden Tag ein weiteres Glas Milch, iss einen Joghurt mehr oder ein Käsebrot, denn besonders in Milch und Milchprodukten, befindet sich viel Kalzium. Ist Dein Körper gut mit allen Vitaminen und Mineralstoffen ausgestattet, dann ist es auch Dein Kind, sofern die Plazenta es noch gut versorgt.



Schmerzen im Schambein – eine Symphysenlockerung?

Wenn du, besonders im Stehen oder beim Laufen, Schmerzen am Schambein spürst, die eventuell auch bis in Deine Oberschenkel, den Unterleib oder Rücken strahlen können, solltest Du über Deine Hebamme oder den Frauenarzt abklären lassen, ob du eine Symphysenlockerung hast.

Dabei handelt es sich um eine mehr als sonst übliche Erweiterung der Beckensymphyse.

Das Schambein ist die Stelle, an der Deine beiden Beckenknochen aufeinander treffen und in der Mitte eine Fuge haben. Es fühlt sich an, wie ein einzelner Knochen, besteht aber aus den beiden Ausläufern Deines Beckens. Du kannst das Schambein unterhalb Deines Bauches ertasten, wo die Schambehaarung ist. In der Schwangerschaft bildet dein Körper das Hormon Relaxin. Es bewirkt, unter Anderem, dass sich Dein Bindegewebe und die Bänder besser dehnen lassen. Das ist besonders wichtig, um Dein Kind optimal wachsen zu lassen. Aber auch zur Geburt müssen Bänder und Gewebe dehnbar sein, damit Dein Baby den Geburtskanal passieren kann.

Die Beckensymphyse ist normalerweise durch Bänder und Knorpel verbunden. Das Relaxin lockert nun diese, um den Spalt zwischen den Beckenknochen um etwa 3mm zu erweitern und so das Becken selbst beweglicher zu machen.

Bei etwa 10% aller Frauen, kommt es während der Schwangerschaft zu einer Symphysenlockerung. Diese kann verursacht werden durch eine Entzündung der Schambeinfuge, die vor allem entsteht, wenn das Becken einseitiger belastet wird oder weil der Druck auf das Becken sehr groß ist. In sehr seltenen Fällen kann die Lücke in der Schambeinfuge sogar 10mm breit werden. Dann spricht man von einer Diastase, die möglicherweise, nach der Geburt, operativ behoben werden muss.

Was kann man bei einer Symphysenlockerung tun?

Zunächst solltest Du, wen eine Symphysenlockerung vorliegt, versuchen, Dein Becken möglichst zu schonen. Das heißt, möglichst gleichmäßige, aber nicht übermäßige Belastung, dafür verstärkte Entlastung durch sitzen oder liegen.

Eine Symphysenlockerung kann durch Ultraschall oder ein Röntgenbild festgestellt werden.

Letzteres wird aber nur gemacht, wenn keine andere Verfahren eine Diagnose zulassen, denn die Belastung für das Kind, durch das Röntgen, sollte möglichst vermieden werden.

Wurde die Symphysenlockerung festgestellt, gibt es weitestgehend keine heilende Therapie.

Normalerweise heilt die Symphysenlockerung innerhalb von sechs Monaten, nach der Geburt, von allein aus. Sind Deine Schmerzen und daraus Beeinträchtigungen, jedoch so groß, dass Du in Deinem Alltag und Deiner Lebensqualität stark eingeschränkt bist, können Deine Hebamme oder Dein Frauenarzt Dir zum Tragen einer speziellen Stützhose raten, die den Druck etwas vom Becken nimmt.

Auch Medikamente gegen die Schmerzen sind, unter Umständen, hilfreich. Diese müssen jedoch unbedingt von einem Arzt verschrieben werden, da dieser nur bestimmte Medikamente, die Deinem Baby nicht schaden, verordnen kann.



Was heißt es, wenn das Kind zeichnet?

In den letzten Wochen vor der Geburt, also in etwa ab der 33. oder 34. SSW, kann es gelegentlich zu leichten Schmierblutungen, verbunden mit Schleim kommen. Das Baby liegt wahrscheinlich schon in Geburtsposition und drückt tief ins Becken und auf den Muttermund. Letztere ist durch einen dicken Schleimpfropf verschlossen und wird nun weicher. Dabei kann sich teilweise der Schleimpfropf lösen und, vermischt mit kleinen Mengen Blut, abgehen. Meist geschieht dies, wenn Du bereits Senkwehen hattest, Dein Bauch sich also leicht abgesenkt hat, weil Dein Kind tiefer ins Becken rutschte.

Das Abgehen des Schleimpfropf, ob nun ganz oder teilweise, nennt man umgangssprachlich 'zeichnen'. Man meint also, dass das Kind zeichnet und somit ankündigt, dass es bis zur Geburt nicht mehr allzu lange dauert. Auch wenn dieses Zeichnen ein deutlicher Hinweis ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass das Baby nun auch bald auf die Welt kommt. Aber es kann ein Indiz sein. Daher wende Dich, wenn Du blutigen Ausfluss oder Schmierblutungen hast, umgehend an Deine Hebamme oder Deinen Frauenarzt, damit schnellstens abgeklärt werden kann, ob sich die Geburt vorzeitig ankündigt oder gar eine andere Ursache hinter dem Ausfluss steckt. Das könnte beispielsweise auch eine Infektion sein, die, wenn der Muttermund sich bereits öffnet, leichter bis zum Baby vordringen kann.



Meine Hebamme ist meine Ansprechpartnerin

Eventuell hast Du bereits seit Wochen oder Monaten eine Hebamme, die Dir zum wertvollen Ansprechpartner wurde, Dich stärkt und Dir mehr Selbstvertrauen mit auf den Weg gibt. Vielleicht lässt Du auch die meisten Vorsorgeuntersuchungen bei ihr machen. Und sehr häufig werden Dich dann wahrscheinlich Menschen aus Deinem Umfeld entgeistert anstarren und Dich fragen, ob Du es nicht für leichtsinnig hältst, einer Hebamme so sehr zu vertrauen, statt Dich auf die ärztliche Betreuung zu fokussieren.

Ja, es ist leider eine Entwicklung in unserer Gesellschaft zu verzeichnen, die das Ansehen der Hebammen erheblich und völlig ungerechtfertigt reduziert. Meist sieht man die Hebamme nur als eine Art Hilfskraft der Frauenärzte an und ist sich gar nicht bewusst, welchem Irrtum man dabei unterliegt. In Deutschland ist es tatsächlich so, dass eine Hebamme eine Geburt ganz ohne Anwesenheit eines Arztes begleiten darf. Im umgekehrten Fall muss jedoch ein Arzt, begleitet er eine Geburt, die Hebamme hinzuziehen. Nur in absoluten Notfällen, wenn ein Baby plötzlich auf die Welt drängt und keine Hebamme schnell genug vor Ort sein kann, darf der Arzt dem Baby auch allein auf die Welt helfen.

Das zeigt doch einmal ganz deutlich, welche Eigenständigkeit und Bedeutung Hebammen für die Geburt haben, oder?

Hebammen gab es immer

So lange es Menschen gibt, werden auch deren Kinder geboren. Es gab immer Frauen, die Schwangere begleiteten, die Geburt betreuten und auch im Wochenbett der frisch gebackenen Mutter zur Seite standen. Kinder zu bekommen, war eine Angelegenheit der Frauen und im Laufe der Zeit entwickelte sich schon sehr früh der Berufsstand der Hebamme.

Ärzte hatten bei einer Geburt überhaupt nichts zu suchen. Warum sollten sie auch? Sie kümmerten sich um kranke Menschen, bekämpften Krankheiten und dazu zählt eine Schwangerschaft nun einmal nicht.

Viele Menschen argumentieren, dass Geburten erst sicherer sind, seit diese überwiegend in Kliniken und unter ärztlicher Oberaufsicht stattfinden. So ganz korrekt ist das nicht, denn dass die Sterblichkeitsquote von Müttern und Kindern zurückging, hat eher etwas damit zu tun, dass sich die Hygieneverhältnisse deutlich, im Vergleich zu früher, verbessert haben und schwangere Frauen heute eine weit bessere körperliche und gesundheitliche Konstitution besitzen, als Frauen in früheren Jahrhunderten. Vergessen wird nämlich häufig auch, dass die Sterblichkeit von Patienten insgesamt, also vor allem auch unter Behandlungen von Ärzten, sehr hoch war, weil zum Einen viele Kenntnisse, die wir heute besitzen, fehlten, zum Anderen einige sehr fragwürdige Behandlungsmethoden mehr Schaden als Nutzen brachten.

Hebamme werden, bedeutet viele Voraussetzungen mitbringen zu müssen

Um den Beruf der Hebamme erlernen zu können, müssen die Anwärterinnen eine Mindestschulbildung mitbringen, die festgelegt ist. Die folgende Ausbildung ist sehr umfangreich und auf alle Gebiete rund um die Schwangerschaft, Geburt und Nachsorge spezialisiert. Eine künftige Hebamme wird also gezielt auf ihr Berufsfeld ausgebildet und muss viele Prüfungen bestehen, bis sie als Hebamme zugelassen wird.

Viele Hebammen müssen, um ihren Beruf ausüben zu können, heute gezwungenermaßen eine Anstellung über eine Klinik anstreben. Das ist nicht begründet, weil der Bedarf an freiberuflichen Hebammen fehlt, sondern weil ihnen die Möglichkeiten genommen werden, gesetzliche Voraussetzungen zu erfüllen, ohne die sie ihren Beruf eben nicht freiberuflich ausüben dürfen.

Wie auch jeder Arzt, muss die Hebamme eine Haftpflichtversicherung besitzen, die, sollte es zu einem Schadensfall kommen, die Patienten absichert und sie nicht auf unverschuldeten Kosten sitzen lässt, die durch mögliche Fehler der Hebamme entstanden sind. Das hat der Gesetzgeber für den Fall der Fälle geregelt und sichert damit die Patienten im Vorfeld ab.

Nun wurden jedoch, in den letzten Jahren, die Versicherungsbeiträge für die Haftpflichtversicherungen der Hebammen, immer wieder erhöht und viele Versicherungen stellten ihr Angebot für eben diese spezielle Haftpflichtversicherung ein. Nicht, weil sich die Zahl der Schadensfälle erhöht hat, sondern weil bei den zu regulierenden Schadensfällen auch die Auszahlungssummen gegenüber den Geschädigten gestiegen sind.

Eine Versicherungsgesellschaft ist nicht gemeinnützig. Sie verdient mit an den Versicherungen. Ein riesiger Verwaltungsapparat muss aus den Einnahmen der Versicherungen finanziert werden. Reichen der Versicherungsgesellschaft die Überschüsse aus den Einnahmen und Ausgaben einer Versicherungsart nicht aus, dann erhöht sie die Beiträge oder stellt das Angebot zu dieser Versicherung ein, weil es eben nicht mehr lukrativ genug ist, das Angebot aufrecht zu erhalten.

Aus dieser Entwicklung entstand nun die eigentliche Not, in der sich freiberufliche Hebammen in Deutschland derzeit befinden.

Hebammen können sich nicht mehr selbst haftpflichtversichern

Nur noch ein einziger Anbieter für die Haftpflichtversicherung von Hebammen, blieb letztendlich übrig und auch dieser will das Angebot nun gänzlich einstellen. Das wiederum bedeutet, dass freiberufliche Hebammen ihrer Verpflichtung, sich beruflich bezogen Haftpflicht zu versichern, nicht mehr nachkommen können. Somit dürfen sie also auch nicht mehr freiberuflich Arbeiten, denn ohne diese Haftpflichtversicherung den Beruf auszuüben, ist eine Straftat.

Heute sind also die deutschen Hebammen gezwungen, eine Anstellung in einer Klinik anzustreben, um über die Klinik haftpflichtversichert zu werden. Das schränkt jedoch ihr Tätigkeitsfeld ein, denn sie sind an die Festlegungen der Klinik gebunden. Diese sehen jedoch, keine Effektivität, ihre Hebammen in eine komplette Schwangerschaftsbetreuung gehen zu lassen und ihnen zu ermöglichen, die von ihnen betreuten Schwangeren auch bei der Hebamme ihres Vertrauens entbinden zu lassen. Hebammen in Kliniken sind zumeist an Schichtpläne und feste Arbeitszeiten gebunden, die ihnen die Individuelle Ausübung ihres Berufs, nicht mehr gestattet.



Stirbt der Berufsstand der freiberuflichen Hebamme aus?

Wird den Hebammen in Deutschland nicht sehr bald wieder ermöglicht, sich Haftpflicht zu versichern, um die rechtlichen Grundlagen ihres Berufes zu erfüllen und dabei die Höhe der Versicherungsbeiträge in eine vernünftige Relation gebracht, dann wird der Berufsstand der freiberuflichen Hebamme, in Deutschland, tatsächlich aussterben.

Nach den Erhöhungen der Versicherungsbeiträgen, in den letzten Jahren, waren bereits unzählige Hebammen gezwungen, ihren Beruf aufzugeben, weil sie sich die Versicherungsbeiträge schlichtweg nicht mehr leisten konnten. Sie hätten wie am Fließband arbeiten müssen, was zu Lasten der individuellen Betreuung gegangen wäre, um zunächst ihre Unkosten einzuarbeiten und dann noch etwas Einkommen zum Leben zu erwirtschaften. Die wenigen freiberuflichen Hebammen, die es sich leisten konnten, nach den Erhöhungen ihren Beruf noch auszuüben, stehen nun also vor dem Aus, da es keine Angebote mehr für eine berufsbezogene Haftpflichtversicherung gibt.



Welche Konsequenzen hat das für mich?

Die Konsequenz für Dich ist, dass es in Zukunft dann nicht mehr möglich sein wird, die Schwangerschaft durch eine Hebamme betreuen zu lassen, die Individuell für Dich und ein paar wenige Schwangere zur Verfügung steht. Sie wird also nicht mehr zu Deiner vertrauten Ansprechpartnerin werden können, wenn Du abends oder am Wochenende, wo die Arztpraxen geschlossen sind, einen Rat brauchst. Sie wird nicht mehr zu Dir kommen, Dich beruhigen oder in eine Klinik empfehlen können und sie wird Dich auch nicht mehr, auf Deinen Wunsch hin, zur Geburt begleiten können.

Eine Hebamme wirst Du dann wahrscheinlich nur noch danach zugewiesen bekommen, wie gerade die Einteilung im Schichtplan der Geburtsklinik es festlegt. Du wirst also nicht mehr die kompetente und vertraute Frau an Deiner Seite haben können, die Dir in der Schwangerschaft zur freundschaftlichen Beraterin und Betreuung wurde.

Es sollte daher selbstverständlich sein, dass wir alle, die wir Eltern sind oder es irgendwann einmal werden wollen, uns dafür einsetzen, dass den freiberuflichen Hebammen die Grundvoraussetzungen für ihren Beruf nicht genommen werden. Damit helfen wir nicht nur einem der ältesten und wichtigsten Berufsständen der Menschheit, sondern vor allem uns selbst, denn die Hebammenbegleitung, mit der Hebamme unseres Vertrauens, ist unersetzbar. Wir sind keine Laufkundschaft in Kliniken, wir sind Menschen. Schwangerschaft und Geburt, sind keine Krankheiten und wir fordern das Recht, dass uns unsere freiberuflichen Hebammen auch in Zukunft individuell betreuen und unterstützen dürfen.

Meine Stimmungsschwankungen machen mich fertig

Sicher ist Dir selbst schon aufgefallen, dass Deine Stimmungen manchmal sehr extrem wechseln. In einem Moment bist du regelrecht aufgekratzt und fröhlich, um im nächsten Moment weinen zu müssen. Manchmal reicht das Bild eines süßen Tierbabys, um Dich vor Rührung Tränen in die Augen bekommen zu lassen. Dir wird also bewusst sein, dass Du in vielen Situationen ganz anders reagierst, Dir selbst oft nicht erklärbar, als früher. Auch dein Umfeld wird Deine Stimmungsschwankungen wahrnehmen. Öfter sogar, als es Dir selbst auffällt. Und manchmal werden Dein Partner, Deine Familie und all die Menschen um Dich herum, die Dich recht gut kennen, das Gefühl haben, Du hättest Dich im Wesen verändert. Aber keine Sorge, das wird nicht so bleiben!

Viele Schwangere sind genervt, wenn jemand im Umfeld eine Stimmung mit „Da toben wohl gerade Deine Hormone“ kommentiert. Sie fühlen sich nicht ernst genommen, denn sie fühlen ja genau das, was sie zum Ausdruck bringen. Und doch haben die Anderen nicht ganz Unrecht. Die Hormone schüren die starken Stimmungsschwankungen und verstärken die Emotionen.



Es ist fast wie in der Pubertät

Du weißt bestimmt, wie Teenager in der Pubertät manchmal auch extreme Stimmungsschwankungen haben, oder? In ihrem Körper stellen sich all die Hormone um und das beeinflusst ihr Gemüt. Ähnlich ist das in der Schwangerschaft auch, nur in einem viel kürzeren Zeitraum und damit noch geballter, als in der Pubertät. Kaum hast du Dich an all die hormonellen Veränderungen gewöhnt, ist die Schwangerschaft auch wieder vorbei. Das Kind wird geboren und wieder muss Dein Körper sich hormonell komplett umstellen, um den Hormonspiegel zurück zu erlangen, den er vor der Schwangerschaft hatte und für die kommenden Zyklen braucht.

Setze Dich also nicht unter Druck oder zweifle an Deiner Psyche. Habe auch keine Angst, dass Du nun, für den Rest Deines Lebens so bleiben wirst.



Oxytocin gibt seinen Teil dazu

Das Hormon Oxytocin spielt in der Schwangerschaft eine große Rolle. Es leitet beispielsweise den Geburtsbeginn ein und gibt dem Hormon Prolaktin den Befehl, sich verstärkt zu bilden, um Milch in Deinen Brüsten zu produzieren.

Aber das Oxytocin besitzt darüber hinaus noch andere Fähigkeiten. Man nennt es umgangssprachlich auch das „Beziehungs-“ oder „Kuschelhormon“, denn es bildet verstärkt, je intensiver wir körperlichen Kontakt zu einem uns lieben Menschen suchen.

Ausgiebiges Kuscheln mit dem Partner, weckt in uns beispielsweise Gedanken und Gefühle, nur noch bei diesem Menschen bleiben zu wollen, mit ihm glücklich zu sein und schürt auch die Angst, ihn zu verlieren. Daran erkennen wir, dass unser Körper, durch das ausgiebige Schmusen angeregt, mehr Oxytocin bilden. Man sagt daher auch, dass Oxytocin die Treue fördert, denn je mehr Oxytocin sich durch das Kuscheln bildet, um so sicherer sind wir, nur diesen und keinen anderen Partner mehr zu wollen.

In der Schwangerschaft fördert das Oxytocin also auch Deine Bindung zum ungeborenen Baby. All Deine Liebe erwacht und damit auch die Angst, ob es dem Kind gut geht und Du es schaffen wirst, eine gute Mutter zu sein, die doch nur das Beste für ihr Baby will. Und mit diesen Gedanken kommen natürlich auch Selbstzweifel. Würden jetzt nicht zusätzlich Deine Hormone Achterbahn fahren, hättest Du sicher Gedanken wie „Hey, mein Baby ist noch gar nicht geboren, was mache ich mir jetzt für Sorgen? Alles wird sich fügen, denn ich liebe mein Kind und werde alles tun, damit es ihm gut geht.“ und die Grübeleien verdrängen. Aber das ist eben momentan nicht so einfach für Dich.



Und dann kommen die Einflüsse aus dem Umfeld

Zu all den sich selbst bildenden Zweifeln und Ängsten, wird es vermutlich noch einige Mamis in Deinem Umfeld geben, die Dich regelrecht mit guten Ratschlägen überhäufen und Dir das Gefühl geben, sie scheinen alles zu wissen. Dadurch fühlst Du Dich vielleicht unwissend, hast Du doch wahrscheinlich immer gedacht, dass Du in deine Mutterrolle hineinwachsen kannst. Nun jedoch, überschüttet man Dich mit Belehrungen, nennt Dir eventuell Buchtitel und Autoren, die über Erziehungsmuster schreiben und sagt Dir, was Du alles zu tun hast, woran Du eigentlich noch gar nicht dachtest. Über die Ernährung Deines Kindes kannst Du Dir letztendlich erst dann genaue Pläne erstellen, wenn Du weißt, was Dein Baby verträgt. Und bevor Du an Erziehung denkst, möchtest Du das Kind erst einmal kennen lernen können.

Natürlich ist es toll, wenn Du erfahrene Mütter kennst, aber sie können manchmal auch ein Fluch sein, statt eines Segens, wenn sie Dir immer wieder das Gefühl geben, nicht gut genug zu sein. Alles wissen sie besser, belächeln Dich milde oder machen Dir mit Warnungen Angst.

Stelle Dir selbst einmal die frage, ob diese Frauen, die Dich beraten, bei denen Du Dich aber eben eher fühlst, als seist Du keine gute Mutter, mit all ihrem Wissen auf die Welt kamen. Nein, so wurden sie nicht geboren. Auch sie mussten in ihre Mutterrolle hinein finden, lernen und Erfahrungen machen. Und sei Dir versichert, auch diese Frauen haben Fehler gemacht, aus denen sie lernten, was sie zukünftig anders machen sollten. Eltern müssen nicht perfekt sein und erst recht nicht alles wissen. Das erwartet kein Kind, warum also erwarten wir es von uns? Natürlich haben alle frisch gebackenen Eltern Fragen. Die haben aber auch erfahrene Eltern, denn kein Kind ist gleich. In den 34 Wochen dieser Schwangerschaft hast Du Dich in vielen Punkten vorbereitet, Dich informiert und Dein Leben der Mutterrolle angepasst. Das alles sollte Dir doch zeigen, dass Du keine schlechte Mutter bist. Vertraue Deiner Liebe, den Instinkten und erlaube Dir, nicht immer perfekt sein zu müssen. Je weniger Druck Du Dir selbst machst, je gelassener wirst Du Deine künftigen Aufgaben meistern. Vertraue Dir.

Wie kann ich meinen Haushalt noch gut verrichten?

Dein Bauch wächst, die Bewegungen fallen Dir zunehmend schwer und manche körperlichen Handlungen kannst Du gar nicht mehr ausführen oder nur unter Schmerzen. Dennoch möchtest Du Deinen Haushalt natürlich so führen, wie bisher.

Bitte verabschiede Dich jetzt erst einmal davon, allzu großen Perfektionismus von Dir zu erwarten. Du bist schwanger. Dein Körper braucht sehr viel Kraft und Energie, um es Deinem Baby gut gehen zu lassen. Mag Dein Haushalt noch so perfekt sauber sein und blitzen, hat Dein Kind nicht viel davon, wenn Du am Ende völlig erschöpft und möglicherweise mit verfrühten Wehen, weil Du Dich absolut überanstrengt hast, kaum noch einen Finger rühren kannst. Bevor Du also an Deinen Haushalt denkst, haushalte mit Deinen Kräften und gestehe Dir das Recht zu, alles etwas langsamer angehen zu lassen.

Wir haben ein paar Tipps gesammelt, die Dir helfen können, Deine Kräfte besser einzuteilen.
  • Versuche Dich körperlich zu entlasten, indem Du möglichst viel im Sitzen erledigst. Das könnten die Vorbereitungen fürs Kochen sein, bügeln oder die Wäsche zusammen zu legen.
  • Trage bequeme Kleidung und Schuhe, möglichst ohne Absatz. Je mehr Du Deinen Körper einengst, je verspannter wird Deine gesamte Körperhaltung. Und das kann dann wiederum schneller zu Druckschmerzen, Überlastung und Erschöpfung führen.
  • Versuche sämtliche Hausarbeiten, bei denen Du Dich stark strecken oder auf eine Leiter klettern musst, grundsätzlich zu vermeiden. Das gilt zum Beispiel für das Putzen der Fenster oder Staub wischen über Kopf.
  • Nimm Hilfe an und scheue Dich nicht, danach zu bitten. Ob diese nun von Deinem Partner, der Familie oder freunden kommt, spielt dabei keine Rolle. Sie alle sollten Dich entlasten dürfen Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke, denn Du zeigst damit an, dass Dir Deine grenzen bewusst sind und dass Du an die Gesundheit Deines Babys denkst.
  • Vermeide es schwer zu heben. Das kann nicht nur unangenehm im Rücken weh tun, sondern sogar vorzeitig Wehen auslösen. Lasse also schwere Dinge stehen, bis Unterstützung da ist. Das gilt für den Mülleimer, der hinunter getragen werden muss ebenso, wie für den Korb mit nasser Wäsche oder den Einkauf.
  • Mache auch in der Hausarbeit Pausen. Teile dir die Arbeiten in Etappen ein, die Deine Kräfte zulassen. Du solltest nie so lange machen, dass Du völlig erschöpft bist. Dann ruhe lieber einen Moment aus und setze die Arbeiten danach fort.
  • Teile Dir ein, welche Hausarbeiten Priorität besitzen. Das Wichtigste zuerst, alles Andere so, wie Deine Energie reicht. Alles was auch warten kann, bis Unterstützung da ist, lass auch hin und wieder liegen und erledige es dann zusammen mit Deiner Hilfe.

All diese Tipps lassen Dich die Hausarbeit sicher nicht schneller erledigen. Aber schonender. Für Dich und Dein Baby. Verausgabst Du Dich zu sehr, bekommst vorzeitige Wehen und musst daher liegen, kannst Du eine Zeit lang gar nichts mehr im Haushalt erledigen. Daher mache langsam, erwarte von Dir keinen Perfektionismus, sondern haushalte vor allem mit Deinen Kräften. Dein Baby wird es Dir danken.

[SyKo]

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