Einkaufsmarathon für das Festmenü

Was kommt auf den festlichen Tisch?
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Was kommt auf den festlichen Tisch?

Der Countdown läuft: Nur noch 12 Tage bis Weihnachten. Es ist also an der Zeit, all die Fressalien für die Feiertage in regelrechten Kolonnen heranzukarren. Es ist ja nicht so, dass sich die Mägen pünktlich zum Fest in sackartige Erweiterungen verwandeln, durch die man dann das Dreifache an Futter aufnehmen kann, um Reserven zu bunkern, die man für einen, direkt nach den Feiertagen eintretenden Winterschlaf, benötigt. Aber irgendwie muss die Evolution dem Menschen einen Code eingepflanzt haben, der ihn zwingt, sich maßlos der Völlerei hinzugeben, um dann noch wochenlang unter übelstem Stöhnen all die Unmengen an Braten, Klößen und Süßigkeiten zu verdauen.

Auch wir sind da keine Ausnahme und reihen uns automatisch in die endlosen Schlangen, der Jäger und Sammler, ein, die dann mit den Einkaufswagen durch die Supermärkte pirschen, sich an gefrorene Wildtiere schleichen. Und hat man sie endlich erfolgreich zur Strecke gebracht sowie im Wagen verstaut, ein Kriegsgeheul veranstalten: "Schaaaaaahaaatz, guck, ich hab sie! Wir haben einen Festbraten! Jahaaaaa, ICH habe die Pute, die entwischt uns nicht mehr!"

Dann kommt der Sammler durch. Wild rennt man durch die Gänge, sammelt Rotkohlgläser und Kloßteigpackungen ein, verstaut Eier im Wagen, sodass die Kassiererin mit skeptischen Blick die Frage äußert, ob man sich mit einer eigenen Hühnerfarm selbstständig machen will, und rutscht dann verdächtig tiefliegend mit dem Auto nach Hause, um festzustellen, dass man zu wenig Kühlfach für zuviel Vorräte hat.

Eine ganze Woche plante ich akribisch den ersten Marathoneinkauf. Meine Mutter wurde samt dem Kombi für Samstag gebucht. Mein Mann würde die Aufgabe des mutigen Abschleppers übernehmen und ich schrieb eine Rolle Tapete voll, was alles gebraucht wurde. Mit akutem Schlafmangel, dank einer netten Gallenkolik, starteten wir schließlich durch: Ich auf dem Rücksitz zwischen meinen beiden Kleinsten, während meine beiden älteren Söhne zu Hause schon bereit waren, durch einen Stapel Klappboxen den Transport vom Auto, ins Haus zu übernehmen.

Auf dem Parkdeck des Supermarktes hieß es noch einmal tief durch zu atmen, zwei Einkaufswagen abzuwarten, die frisch von Menschen, die grade ihre Einkaufsschlacht hinter sich gebracht hatten, zu ergattern, die Mädchen im Kindersitz zu verstauen und dann mutig, mit erhobenen Haupt, äußerlich dem Fels in der Brandung gleichend scheinendem Eindruck, den Markt zu betreten.

Wie jedes Jahr: Das Szenario eines Endzeit-Katastrophenfilms! Hektische Frauen schimpften über all die anderen, die es wagen, ausgerechnet zeitgleich einkaufen zu wollen, Ehemänner dunkelrot, keuchend, die vollen Wagen hinter der Gattin her schiebend und auf der Zielgerade, zur Kasse, schnaubend sich selbst zu zu keuchen "Reiß Dich zusammen Gustav-Friedrich, das Ziel ist nahe, das schaffst Du noch! Noch 4m... noch 3m... ja, Gustav-Friedrich, gleich hast Du es!... noch 2m..."

Von Hektik lasse ich mich schnell anstecken und so war mir bereits ab der sechsten Regalreihe klar: Mich steuert kein Einkaufszettel, sondern pures Adrenalin. Gerade visierte ich die Tiefkühltruhen an, da trieb bereits eine ältere Dame ihren Mann, völlig die Straßenverkehrsordnung missachtend und Vorfahrt nehmend, scharf von links, auf uns zu, indem sie den Einkaufswagen schob, der sich ins Gesäß des Holden drückte und ihn, wie einen Schneeschieber, gegen alles einsetzte, was ihr im Weg stand.

Mit einem Wumms, knallte der Ärmste gegen unseren Wagen und er hatte redliche Mühe, sich gerade noch abzufangen, bevor er kopfüber in unserem  Stauraum landete. Romy, die vorn im Wagen saß, freute sich, winkte den Mann, wie einen Fluglotsen, hinein und schaute mich an, als wollte sie sagen "Pack ihn neben das gefrorene Gemüse, da ist noch Platz und er hält sich länger!"

Nachdem wir unseren unfreiwilligen Begleiter abgeschüttelt hatten, war schließlich auch der Weg frei, um die Pute zu erlegen, auf die wir es abgesehen hatten. Nur, waren keine Puten, in der benötigten Gewichtsklasse, mehr da. Nur die kleineren Geschwister lagen still und steif gefroren, in ihrem Kältebettchen. Das Adrenalin, das eben noch jägerische Kampfbereitschaft ausgerufen hatte, verwandelte sich nun in Panik. Von den kleinen Piepmätzen, würde ich keine zehn Erwachsenen satt bekommen! Mein Mann sah das lockerer und meinte, dass wir dann eben zwei Puten in den Ofen schieben. Dafür waren sie nun aber wieder zu groß.

Also musste ein alternativer Plan ran: Ente!

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