Doppelbelastung Kind & Karriere

berufstätige Mutter und BabyflascheFrauen, die sich nicht zwischen ihrer Karriere und dem Mutterdasein entscheiden wollen, haben es mit der aufkommenden Doppelbelastung sehr schwer. Zwar setzen sich Staat, Gesellschaft und Organisationen schon seit Jahrzehnten dafür ein, dass Frauen im Berufslebenendlich mit demselben Respekt angesehen werden, wie die Männer, doch leider ist das veraltete und kulturell geprägte Frauenbild nur schwer zu verändern. Frauen werden in der Wirtschaft noch immer weniger ernst genommen, seltener auf Führungspositionen besetzt wie Männer. Auch im Vergleich zu gleich qualifizierten Männern selber Position werden Frauen schlechter bezahlt.

Berufstätige Mütter

Hat Frau den Wunsch eine Familie zu gründen und zu arbeiten, muss sie mit ihrer Doppelbelastung meist alleine fertig werden. Für viele Unternehmen sind berufstätige Mütter ein rotes Tuch. Sie bedeuten in ihren Augen nur Probleme und werden ungern eingesetzt. Auch im Umgang mit ihren Kollegen haben sie es oft schwer, ihre Qualifikation und Kompetenz wird untergraben und gerade Teilzeitkräfte werden meist nurnoch mit Hiwi-Arbeiten ruhiggestellt.
Das soll sich endlich ändern, die Frauen, der Staat und die Wirtschaft fordern neue, attraktive Möglichkeiten für berufstätige Mütter. Viele Unternehmen haben akzeptiert, dass neue Arbeitsmodelle nötig sind, um ihre qualifizierten und kompetenten Mitarbeiterinnen zu halten. Die Vereinbarung von Familie und Beruf ist mittlerweile sogar ein besonderes Aushängeschild für Unternehmen geworden, sodass es einige neue und altbewährte Arbeitsmodelle gibt, mit denen sich Frau trotz Familie und unter Berücksichtigung der familiären, persönlichen und beruflichen Umstände verwirklichen kann. Unternehmensdossiers unterstützender Unternehmen sind auf www.frau-macht-karriere.com zu finden.
Neben der besagten Arbeitsmodelle kommen noch andere wichtige Aspekte zum tragen, die vor dem Berufseinstieg oder Wiedereinstieg zu beachten sind. Jede Frau und Mutter kennt die Hindernisse, die sich im Alltag ergeben, wenn man Beruf und Familie vereinbaren muss. Fragen, wie: wohin mit meinen Kindern, wie werde ich ihnen auch während meiner Abwesenheit gerecht und wie kann ich weiterhin flexibel und zuverlässig berufliche Höchstleistungen erbringen, wenn ich ständig meine Familienpflichten mit mir herumtrage, sollten vorab geklärt werden.

Daher hier 5 Tipps & Tricks vor dem Jobantritt:

1. Entscheidungsfindung & Absprache innerhalb der Familie
Jede Familie hat ihre eigenen Regeln, Bedürfnisse und Abläufe, jede Frau ihre Träume und Möglichkeiten. Gespräche mit der Familie und das gemeinsame analysieren der Situation, Absprachen und neue Pflichtenverteilungen werden helfen, einen neuen Alltag herzustellen, der Frau Zeit zum arbeiten lässt.

2. Organisation der Familie im Berufsalltag
Mit genügend Vorlauf sollte bereits im Voraus die theoretisch geplante Kinderbetreuung und Familienorganisation in die Praxis umgesetzt werden, um Mängel, Probleme und Optimierungsbedarf direkt zu beheben. So ist bis zum Jobantritt ein optimaler und eingespielter, routinierter Tagesablauf sichergestellt. Nicht vergessen werden sollte, dass sich die eigenen, aber auch die Bedürfnisse der Kinder mit der Zeit ändern. Die Kinder werden mit ansteigendem Alter und fortschreitender Entwicklung immer mehr gefordert, sie brauchen immer mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung. Eine Stagnation des geplanten Tagesablaufs wird es nicht geben, Engagement, Optimierung und Zeit sind oberste Voraussetzung für eine gut funktionierende Familienorganisation.

3. Betreuung & Unterbringung des Kindes
Das A & O ist die richtige Unterbringung des Kindes. Es gibt viele Möglichkeiten, die je nach dem Bedürfnis des Kindes und der Möglichkeiten der Familie ausgerichtet werden müssen. Dass die Kinderbetreuungsstätten heillos überlastet sind, ist kein Geheimnis, daher ist es besonders wichtig, sich frühzeitig um z.B. einen Krippenplatz oder Kindergartenplatz zu kümmern.
Kinderbetreuung aber wo, wann, wie? Es gibt viele Möglichkeiten, Babysitter, Kindergärten, Krippen, Tagesmütter, Omas und Opas, Leih-Omas & -Opas aber auch viele Elterninitiativen und städtische Angebote. Es gibt sogar Unternehmen, die einen eigenen Kindergarten haben, einen Babysitterservice oder Ferienbetreuung anbieten. Nachfragen lohnt sich! Gerade Schulkinder haben viel Auswahl von der Hausaufgabenbetreuung, über die Ganztagsschule, bis hin zum „Vereinsinternat“, hier werden sportlich aktive Kinder im Verein schon direkt nach der Schule mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und anschließendem Training empfangen. Nicht immer müssen diese Maßnahmen und Angebote teuer sein, manchmal reicht ein Obolus oder soziales Engagement.

Ist es einmal soweit, wird das Kind die neue Situation nicht unbedingt freudig erwarten und einfach akzeptieren. Tränenreiche Übergänge, trödelnde und nörgelnde Kinder sind nicht selten. Jede Mutter wird verstehen, dass es dem eigenen Kind schwer fällt, sich nun täglich mit neuen und fremden Menschen zu umgeben aber es wird dem Kind nicht schaden, im Gegenteil, es trägt zu seiner persönlichen Entwicklung bei und wird gefördert. Mit der Zeit entwickelt das Kind vertrauen zu den neuen Bezugspersonen in seinem Leben und wird seine Spielgefährten und seine mamafreie Zeit genießen. Wichtig ist, konsequent zu bleiben und das Kind altersgemäß zu behandeln. Versteht das Kind, wo sich seine Eltern tagsüber aufhalten, was sie dort machen und wann sie definitiv wieder zuhause sind, kann sich das Kind besser mit der Situation anfreunden und nimmt den Tagesablauf als gegeben an. Das Kind muss verstehen, dass es im Notfall jederzeit deine Eltern erreichen kann, doch dass sich die Bezugsperson tagsüber genauso gut um es kümmern kann. Ständige Anrufe auf der Arbeit oder das Zuhausebleiben wegen angeblicher Bauchschmerzen oder anderer Wehwehchen sind tabu! Des Weiteren ist eines außerordentlich wichtig, zwar hat der Arbeitgeber eine berufstätige Mutter eingestellt und weiß somit, dass es zwischendurch auch mal schwierige Zeiten geben kann, doch vordergründig hat der Arbeitgeber eine kompetente Arbeitskraft eingestellt, die er x Stunden dafür bezahlt, dass sie für das Unternehmen einen Mehrwert erarbeitet. Weder die Kollegen, noch die Vorgesetzten oder Kunden werden eine Karrierefrau wahrnehmen, wenn diese regelmäßig gestresst, verwirrt und abwesend im Büro einfällt. Absolutes Muss ist daher das Abschütteln aller familiären Lasten, bevor die Tür zum Büro geöffnet wird. Also 3x tief durchatmen, Gedanken sortieren, Unterlagen ordnen und ran an den Speck. Die kinderfreie Karrierefrauzeit wird Wunder bewirken und am Abend zuhause wird sich dies auch auf die Stimmung in Bezug auf die Familie auswirken, versprochen!

4. Einstieg in den Beruf
Der Berufseinstieg oder Wiedereinstieg gestaltet sich oft leichter als vermutet.
Viele haben Ängste, die sich nicht bewahrheiten, wie z.B. reichen die eigenen Kompetenzen aus? Kann der Beruf neben den Pflichten als Hausfrau und Mutter auch nur annähernd ausgeübt werden? …
Bevor die Träume in Anbetracht aller Ängste und Sorgen zerplatzen, sollte sich kundig gemacht werden. Große Hilfe bietet da die Agentur für Arbeit, die Beratung, Weiterbildung aber auch Tipps und Tricks rund um die Kinderbetreuung anbietet. Praktika oder Aushilfsgelegenheiten, wie Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen bieten die Möglichkeit langsam wieder ins Berufsleben einzusteigen und aktuell geforderte oder novellierte Qualifikationen zu erlernen. Weiterhin sind bei erfolgreicher Familienorganisation die Fähigkeiten der berufstätigen Mutter gewachsen. Krisenmanagement, Organisationstalent, Etatverwaltung und Personalführung können nun im neuen Profil stehen. Weiterhin ist das Thema Rechte und Pflichten beruftätiger Mütter nicht zu vernachlässigen. Wie bereits erwähnt, werden die Angestellten, trotz elterlicher Pflichten vom Arbeitgeber für das Arbeiten bezahlt. Zugeständnisse aber macht auch das Unternehmen und zwar gesetzlich verpflichtend. Zum Beispiel hat jeder Elternteil ein Recht auf Sonderregelung, was die Krankheitstage im Falle der Betreuung eines kranken Kindes angeht. Jährlich stehen jedem Elternteil bis zu 10 zusätzliche Krankheitstage zu. Ist man alleinerziehend oder kann der Partner aus belegbaren Gründen nicht freinehmen, können die Tage auf eine Person übertragen werden, womit sich eine jährliche Summe von max. 20 Sondertagen ergibt. Beim zweiten Kind verdoppelt sich die Zahl und ab dem dritten Kind tritt die jährliche Obergrenze von 25 Tagen pro Elternteil bzw. 50 Tagen für z.B. Alleinerziehende in Kraft.

5. Die alte Stelle in neue Form – aus der Teilzeit in die Vollzeit oder umgekehrt?
Soll es die alte Stelle in neuer Form sein oder eine völlig neue Anstellung in einem neuen Unternehmen? Unabhängig davon, was es sein soll, die flexiblen Arbeitsmodelle lassen sich überall ausführen, sofern das Unternehmen bereit und offen dafür ist. Die veränderten Lebensumstände müssen bedacht werden, bei Bedarf beraten zu diesen Fragen auch die Unternehmen selbst oder die Bundesagentur für Arbeit, die bei Beantwortung von fünf Fragen z.B. einen Wiedereinstiegs-Check erstellt und gute Tipps gibt.
Das aus unserer Sicht wohl beste Informationsportal ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen & Jugend.

Sollte weiteres Interesse bestehen kann auch auf www.Frau-Macht-Karriere.com weitergelesen werden, wir freuen uns schon!

Gastbeitrag von Frau-Macht-Karriere

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